ETC on Tour 2009 Düsseldorf - Unternehmen Rheingold

 

Jeder Mensch der liebt nunmal stolz sein Heimatland, darum lieben wir ganz klar unsern’ heimschen Strand. 
Wo der alte Schloßturm steht, da sind wir zu Haus. 
Weil es ohne Bier nicht geht, rufen wir schnell heraus: 
„Ja sind wir im Wald hier, wo bleibt unser Altbier, wir haben in Düsseldorf die längste Theke der Welt. Ja, ja, ja, ja. 
Ja sind wir im Wald hier, wo bleibt unser Altbier, wo ist denn der Held, der mit seinem Geld die Runden bestellt? 
Wo ist denn der Held, der mit seinem Geld die Runden bestellt?" 

 

Unsere ETC on Tour 2009 führte ins in diesem Jahr ins schöne Rheinland nach Düsseldorf. Wie immer traten zehn Experten die traditionelle Vereinsfahrt zu einem Bundesligaspiel unserer Wahl an. Am Samstag, den 19. September ging es wie immer vom Drehkreuz des deutschen Bahnwesens, dem Bahnhof in Minden los.
Über die Fahrt an sich gibt es nicht viel Außergewöhnliches zu berichten. Kein überteuerter Orangensaft, keine schweren Brandverletzungen und auch keine umher liegenden Penner auf der Straße. 
Lediglich eine Altbierkneipe direkt am Hoteleingang mit einer Untoten als Bedienung, ein Bundesligaspiel, über dessen Verlauf wir hier nicht näher eingehen möchten um  weitere gravierende psychische Schäden beim einzigen Gladbach-Fan, der den Mut hatte an dieser Tour teilzunehmen, zu verhindern und eine geile Altstadt mit hunderten von coolen Kneipen würden eine ausführlichere Story gerechtfertigen.
Aber nach der ganzen Wahrheit von St. Pauli würde diese Geschichte eher langweilig ausarten.
Doch eines soll der treuen Leserschaft nicht vor enthalten werden:

Wir schreiben Samstag Nacht. Viertel vor vier. Alle Experten haben mittlerweile zur Ruhe gefunden und liegen im Bett. Auch das nervöse Zucken unterm linken Auge hat beim Gladbach-Fan nachgelassen.
Doch sind wirklich alle schon schlafen?
In Zimmer 318 klingelt ein Handy.

(Um die Dramatik des Gespräches authentisch wiederzugeben, wird der Wortlaut original getreu wiedergegeben. Die Namen der Gesprächsteilnehmer sind von der Redaktion verändert worden. Aus unerklärlichen Gründen wurden stattdessen Namen namhafter Radprofis genommen.)

Wie gesagt: In Zimmer 318 klingelt ein Handy.
Heppner: „Hey Zabel, wie heißt unsere Strasse noch mal?“
Zabel: „Klosterstrasse.“ 
Heppner: „Ok. Alles klar.“

Heppner legt auf. Zabel sich wieder ins Bett.
Zwei Minuten später. Wieder klingelt das Handy.

Heppner: „Hey. Wie hieß die Strasse noch mal?“
Zabel(genervt)  „Sag mal, willste mich verarschen?“
Heppner: „Nee. Wie hieß die Strasse noch mal?“
Zabel: „Klosterstrasse. Was ist denn los?“
Heppner: „Ich suche unser Hotel.“
Zabel: „Wo ist denn deine Survivalcard?“
Heppner: „Hab ich wohl verloren.“

Heppner legt wieder auf. – Um nur Sekunden später wieder anzurufen.
Heppner: „Ich bin auf der Klosterstrasse. Nur find ich unser Hotel nicht.“
Zabel: „Nummer 53.“
Heppner: „Wie heißt unser Hotel noch mal?“
Zabel: „City Apart Hotel.“
Heppner: „Guck mal aus dem Fenster, ob du mich siehst.“

Zabel steigt aus dem Bett, öffnet das Fenster und schaut aus dem dritten Stock nach rechts und links über die Klosterstrasse. Weit und breit niemand zu sehen.
Zabel: „Nee. Ich kann dich nicht sehen.“
Heppner: „Oh Mann. Ich bin aber auf der Klosterstrasse.“
Zabel: „Die ist aber ziemlich lang.“
Heppner: „Die ist nicht lang. Ist doch ne kleine Strasse.“
Zabel: „Doch, die ist wirklich lang.“
Heppner: „Nee, die ist schmal.“
Zabel: „Nicht breit. Lang!“
Heppner: „Was mach ich denn jetzt?“
Zabel: „Guck doch mal auf die Hausnummern. Wir haben hier 53.“
Heppner: „Hier sind keine Nummern.“
Zabel: „Da muss doch irgendwo eine Nummer an einem Haus stehen.“
Heppner: „Ist aber auch dunkel.“
Zabel: „Ist denn irgendwo ein Taxi. Dann frag da nach.“
Heppner(jammernd) „Ich glaube, die Taxifahrer machen sich ein Spaß mit mir. Ich bin schon zweimal mit Taxi gefahren. Und die lassen mich immer irgendwo raus. Aber nicht da, wo ich hin will. Ich war schon in Köln-Kalk.“
Zabel(lacht sich halb schlapp) „Da kann ich dir auch nicht helfen.“
Heppner(wimmert) „Ich will doch nur nach Hause. Ins Bett. Kannst du nicht rauskommen und mich abholen.“
Zabel: „Woher soll ich denn wissen, wo du bist, wenn ich dich nicht mal sehen kann?“
Heppner(fast weinerlich) „Ich will nur nach Hause.“
Zabel: „Ruf Armstrong an. Der hat einen Stadtplan.“
Heppner(hoffnungslos) „Hab ich schon versucht. Geht keiner ran. Außerdem ist mein Akku gleich alle.“
Zabel: „Dann geh einfach los. Irgendwann wirst du schon ne Hausnummer sehen. Und dann gehst du solange weiter bis 53 kommt.“

Zabel legt auf.
Drei Minuten später klingelt es wieder.

Heppner(hoffnungsfroh) „Ich glaube ich bin da. Wie heißt unser Hotel noch mal?“
Zabel: „City Apart Hotel.“
Heppner: „Hmm. Steht hier nirgends.“
Zabel öffnet das Fenster und schaut herunter. Niemand zu sehen.
Zabel: „Wo stehst du denn?“
Heppner: „Genau vorm Hotel.“
Zabel: „Ich sehe dich aber nicht. Geh mal ein Stück auf die Strasse.“
Heppner: „Ich steh mitten auf der Strasse.“
Zabel: „Was für ein Name steht denn vorm Hotel.“
Heppner: „Hotel.“
Zabel: „Wie heißt das Hotel denn?“
Heppner(unwirsch) „Hotel. Hier steht nur Hotel.“
Zabel: „Dann stehst du vor dem falschen Hotel.“ 
Heppner(resignierend) „Das kann doch nicht sein.“
Zabel: „Blinkt neben deinem Hotel eine Ampel?“
Heppner: „Nein.“
Zabel: „Dann bist du definitiv verkehrt.“
Heppner(wieder wimmernd) „Scheiße. Ich will nach Hause.“
Zabel: „Geh weiter bis du eine blinkende Ampel siehst.“
Heppner: „Und wenn ich in die falsche Richtung gehe?“
Zabel: „Dann ist die Klosterstrasse irgendwann zu Ende und dann drehst du wieder um und gehst in die andere Richtung.“
Heppner: „Das darf doch alles nicht wahr sein. Das ist ein Alptraum.“

Heppner legt wieder auf.
Dieses Mal dauert es drei Minuten bis zum nächsten Klingeln.

Heppner: „Ruf mal aus dem Fenster.“
Zabel beugt sich aus dem Fenster und brüllt in die nächtliche Ruhe.
Zabel: „Hörst du mich?“
Heppner: „Ja, die Verbindung ist gut.“
Zabel: „Nein, ich meine, ob du mich rufen hören hast?“
Heppner(fassungslos) „Nein. Hab ich nicht. Wo bin ich denn?“
Zabel: „Das möchte ich auch mal wissen.“
Heppner: „Ich drehe durch. Ich kann nicht mehr. Ich will endlich nach Hause.“

Heppner legt wieder auf. Oder ist der Akku endlich leer?
Fünf Minuten später. Das Handy klingelt doch wieder. Der Akku hat sich wohl erholt.

Heppner: „Ich sehe da hinten eine Ampel blinken. Kannst du noch mal rufen?“
Zabel beugt sich wieder aus dem Fenster und bölkt, was das Zeug hält.
Heppner(leise ins Telefon röchelnd) „Oh mein Gott… Ich kann dich hören.“ 
Zabel(erleichtert) „Na Gott sei Dank.“
Heppner: „Jetzt leg bloß nicht auf. Ich komme jetzt zur Ampel.“
Zabel: „Ja, jetzt kann ich dich sehen“
Heppner(nun dem Glückstropfen nahe) „Danke. Danke…“

Zabel winkt aus dem geöffneten Fenster.
Zabel: „Hier oben.“
Heppner läuft im Halbdunkel umher. Sein Blick irrt ziellos an den Fassaden entlang.
Zabel: „Hier. Hier oben, du Dussel.“
Heppner: „Wo, wo, wo ?“

Seine Bewegungen werden hektischer.
Zabel: „Beruhige dich. Bleib an der Ampel stehen.“
Heppner bleibt regungslos stehen.
Zabel: „Jetzt gehst du gerade aus rüber und dann schaust du links nach oben.“
Heppner marschiert über die Kreuzung und schaut wild nach rechts und links.
Zabel(energisch) „Links! Nach links sollst du schauen.“
Heppner hält kurz inne. Und schaut dann wirklich nach links.
Zabel: „Links steht an der Wand City Apart Hotel. Kannst du das sehen.“
Heppner: “Nee.”
Zabel: „Links.“

Heppner: „Nee. Doch. Da!“
Zabel: „Na endlich. Und jetzt nach oben. Dritter Stock. Siehst du mich.“
Heppner: (beseelt) „Ja. Gott sei Dank.“
Beide legen auf.

Sekunden später klingelt es erneut.
Heppner: „Kannst du mir aufschließen. Ich habe keinen Schlüssel und in welchen Zimmer schlaf ich eigentlich?“


Was haben wir sonst noch aus der Fahrt gelernt? 
Der Erfinder vom Handy bekommt ein Eis. 
Ein Fußballspiel ist nach 86 Minuten noch lange nicht entschieden. 
Das Stadion in Mönchengladbach liegt gefühlte 50 Kilometer außerhalb. 
Auch in der kürzesten Haltepause kann man Bier aus dem Bahnhof holen.
Und das Alster schmeckt bei Burecks am besten.

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